Die alte georgische Heerstraße

Eine Fahrt entlang der alten georgischen Heerstraße führt durch die Bergwelt des wilden Kaukasus und bietet super unterschiedliche Möglichkeiten entlang der Strecke auf Entdeckungsreise zu gehen: Ein blauer Stausee, der zu einem Bad mit Blick auf eine mitterlalterliche Festung einlädt. Gigantische Aussichten. Und einer der höchsten Berge Georgiens: der Kasbek!



Nothaltebuchten mit Kaukasus-Ausblick

Die alte georgische Heerstraße ist tatsächlich eine richtige Straße. So mit Asphalt und so! Sie ist durchgehend gut zu befahren und nur ab und zu gibt es größere Schlaglöcher! Wer eine Weile in Georgien unterwegs war für den wird alleine das ein Grund sein herzukommen. Viele solcher Straßen gibt es nämlich nicht im Land. Ich übertreibe nur minimal. Aber natürlich ist die Heerstraße nicht deswegen eines meiner persönlichen Highlights in Georgien.

Die alte Heerstraße führt auf einer Strecke von 213 Kilometern aus den Außenbezirken Tbilisis bis an die russische Grenze. Dabei schlängelt sie sich durch die Berge des Kaukasus, die Georgien vom Nachbarland trennen und steigt und steigt dabei ständig an: Auf Höhen bis über 2000 Meter.

 

Es ist beeindruckend wie die Strecke in den Fels geschlagen ist. Noch beeindruckender sind aber die gigantischen Aussichten: Immer wieder bieten sich Stopps an der Strecke an und um in's Tal zu schauen und den gewaltigen Kaukasus zu bestaunen.

 

Wenn man denn gutes Wetter hat. Wir hatten auf der gesamtem Hinfahrt Regen, grauen Himmel und fiesen Nebel. Als wir ein paar Stunden später wieder zurück fuhren war der Himmel blau und die Sonne schien. Nicht das erste Mal, dass wir das erlebt haben: Das Wetter im Kaukasus ist völlig unberechenbar.

 


Aber nicht nur die schönen Ausblicke ins Tal lohnen einen Stopp hier und da. Noch bevor es so richtig in's Gebirge geht liegt an der Heerstraße die Festung Ananuri, direkt am riesigen, blauen Zhinvali-Stausee. Von der mittelalterlichen Anlage hat man einen wunderschönen Blick über den See. Außerdem macht es einen riesen Spaß die Burg-Türme zu erklettern. Auf engen, steilen Treppen, die teilweise ganz schön ausgesetzt sind.

 

Über eine schmale, steile Straße, die direkt rechts an der Festung vorbei führt, kommt man an das Seeufer. Hier hat man nicht nur eine tolle Sicht auf die mächtige Burg. Bei gutem Wetter bietet sich der See für ein erfrischendes Bad an.  

 


Das berühmteste Foto-Motiv Georgiens

Kurz vor der russischen Grenze liegt der Ort Stepanzminda. Ein perfekter Umkehrpunkt.

 

Stepandzminda ist ein gutes Basislager für mehrtägige Wanderungen in die Berge des Kaukasus. Aber auch der Ausgangspunkt für einen kurzen Abstecher zur   wunderschön gelegenen Zminda Sameba, der  Gergetier Dreifaltigkeitskirche. Die Chance ist gut, dass die auf dem Cover deines Reiseführers drauf ist. Sie taucht in fast jedem Artikel über Georgien auf. Zu Recht: Hinter der Kirche ragt der 5047m hohe Kasbeg auf. Einer der höchsten Berge Georgiens. Sein Gipfel ist selbst im Hochsommer noch mit Schnee bedeckt.  Leider hatten wir mieses Wetter und der Kasbeg ließ sich teilweise nur erahnen. Nichtsdesto trotz hat sich der Abstecher zur Zminda Sameba gelohnt. Die Lage der Kirche inmitten des wilden Kaukasus ist wirklich einmalig.

 


Gelohnt hat es sich aber auch wegen der echt wahnwitzigen Fahrt von Stepandzminda aus: Vom Ortskern bis hoch zur Kirche sind es ungefähr 6 Kilometer. Man könnte laufen. Es gibt aber auch eine Straße. Überall im Ort stehen Taxis, die Touristen zur Kirche fahren. Aber auch wenn uns die Fahrer der ramponierten Mini-Busse zu einer Fahrt überreden wollten: Wir waren bis  hierher auch mit unserem eigenen Auto gekommen und sahen deswegen keinen Grund jetzt für das letzte Stück auf einen der Taxi-Busse umzusteigen.

Wir waren noch nicht ganz los gefahren da merkten wir: Es hätte tatsächlich einen Grund gegeben. Einen guten. Die kurze Strecke zwischen dem Ort Stepanzminda und der Kirche ist die wahrscheinlich mieseste, äh, Straße (?) in ganz Georgien. Löcher, so tief wie ein durchschnittlicher Kleinwagen. Dazu heftiger Verkehr auf einer Strecke, die eigentlich nur breit genug ist für ein Auto. Hupende Taxifahrer und kreuzende Kuhherden sind das Tüpfelchen auf dem "Ahhh!", das meiner Freundin hier mehr als einmal entwichen ist.

 

Wer gerne mal die Federung seines Mietwagens an ihre Grenzen bringen will, dem kann ich das Ganze nur empfehlen: Es ist wirklich ein riesen Spaß. Einen besseren Eindruck gibt's im Video.


Es ist ein abgedroschener Spruch. Aber bis ich eine gut klingende Alternative gefunden habe, wird er wohl weiterhin her halten müssen: hier ist wirklich der Weg das Ziel. Deswegen empfiehlt es sich ein bisschen Ruhe mitzubringen und die Heerstraße nicht einfach nur "schnell abfahren" zu wollen.


Anfahrt und Lage:

Die Georgische Heerstraße beginnt wenige Kilometer nördlich von Tiflis und führt in 213 Kilometern bis an die russische Grenze.

 

Wie oben schon beschrieben ist die Heerstraße über die komplette Strecke super ausgebaut und auch für niedrigere Autos ohne Allradantrieb problemlos zu befahren. Lediglich für den Stich von Stepanzminda zur Zminda Sameba braucht man unbedingt einen 4WD. Alternativ kannst du hier auch ein Taxi nehmen (am Ortsausgang links über die Brücke, dann siehst du den Taxistand schon). Oder du läufst. Wir haben einige Wanderer gesehen. Allerdings folgt der Weg streckenweise der Fahrstraße, was bei den doch regelmäßig vorbei rumpelnden Taxis nicht wirklich Spaß macht.

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Lust auf noch mehr Georgien? Die absoluten Highlights unserer Georgien-Reise auf einen Blick gibt's hier!


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